Sirma Kekeç
Dänemark 2009

dänemark 2009

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»homeward bound« – »heimatverbunden«
dänemarkstipendium august 2009

Die Idee zu diesem Konzept ist mir gekommen als ich vor ca. 2 1/2 Jahren das Museum in Tönder besucht habe. Das Museum ist ein ehemaliges Schloss mit einem anliegenden Wasserturm, der ebenfalls zu einem Museumsturm umgebaut worden ist. Nicht nur das Hauptkunstmuseum des Landteils von Sønderjyllands ist dort untergebracht, sondern auch die alten Gefängniszellen des ehemaligen Schlosses sind gut erhalten.
Fur Künstler ist es eine wahre Fundgrube. Aufbauend und anlehnend an meine bisherigen künstlerischen Themen habe ich im Museum die sehr alten und kleinen Gefängniszellen auf Chinapapier mit einem dicken Grafitstift abfrottiert. Dänen und Deutsche, die Ende des 19. Jahrhunderts dort einsaßen, haben eine Art Tagebuch geführt, weil sich die dicken, alten Holzbohlen ideal zum Einritzen und Festhalten von Gedanken und Gefühlsäusserungen eigneten und nicht nur die Sehnsüchte der damaligen Gefängnisinsassen hervorragend widerspiegelten, sondern auch Informationen über die Herkunft der Personen wiedergaben. So sind neben Zitaten auch Zeichnungen entstanden, die wie Holzschnitte wirken und im Aussehen zum Teil eine starke Affinität zu alten Seefahrer- oder Seemannstätowierungen haben.

Sirma Kekeç

Geritzte Zitate einiger Insassen:
»Gefährlich ist´s am Leim zu lecken und schrecklich
ist des Tigers Zahn, doch das schrecklichste der
Schrecken ist, dem Kupferschmied am Arsch zu lecken,
denn da sitzt Grünspahn dran«
»Heute Erbsen gegessen, ein Schluck Wasser folgte
darauf, in Tondern muß man Hunger leiden und
Läuse kriegt man auch.«
»Gustav Lehmann aus Magdeburg konnte hier 1897
sechs Wochen über seine schlechten Thaten nachdenken