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Svenja Wetzenstein in Dänemark 2011
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»kämpfen lernen« Im Juli verbrachte ich drei intensive interessante Wochen bei Mette, ihren Kindern und ihren Tieren in der Villa Plus. Ich habe es sehr genossen, dort zu leben. Während Olaf sich mit Hund Carl und Kind Frida in Wind, Sonne und Regen an den unendlichen Stränden Römös vergnügte, hatte ich viel Zeit und Ruhe, um zu malen. Das Thema der dort entstandenen Bilder »kämpfen lernen« ergab sich gleich am ersten Tag meines Aufenthaltes. Eigentlich plante ich, Räume zu untersuchen und zu porträtieren. Als ich als großer Mittelalterfan jedoch das VikingeCenter in Ribe besuchte, schlugen mich die dort stattfindenden Kampfvorführungen in ihren Bann. Das VikingeCenter ist ein Freilichtmuseum, in dem der Alltag der Wikinger nachgestellt wird. Einmal am Tag zeigten erfahrene erwachsene Wikinger den Besucherkindern, wie man mit Schwert, Streitaxt und Schild kämpft. Je nach Temperament reagierten die Kinder sehr unterschiedlich auf die enthusiastischen und sehr authentischen Nordmänner: einige stürzten sich begeistert mit in das Kampfgetümmel, andere standen etwas hilflos da und beobachteten das Geschehen, manche erfüllten pflichtschuldig und todernst die ihnen gestellten Aufgaben und einige waren so befremdet, dass sie zu weinen begannen. Ich fotografierte diese Szenen und nutzte die Fotos als Ausgangsmaterial für meine Bilder. Den ganzen Tag habe ich die Ruhe in Mettes großem Atelier genossen und mich so in die Arbeit vertiefen können, dass ich jeden Tag wieder darüber staunte, wie die Stunden verflossen. Es war eine großartige Erfahrung, jeden Tag diesen flow zu erleben. Wenn ich eine Pause machte, sah ich mir tausend und wahrscheinlich noch viel mehr interessante Arbeiten von Mette, ihren Malschülern, ihren Kindern, Relikte vergangener Aktionen und Ausstellungen, Bücher, Kataloge, gestaltete Möbel, merkwürdige Gegenstände und alle anderen Schätze, die sich in ihrem Atelier gesammelt haben, an. Auch die anderen Räume der Villa Plus scheinen vor Geschichten zu bersten, welche die liebevoll gesammelten Farben und Dinge einem im Vorbeigehen zu erzählen scheinen. So wurde jeder Gang in die Küche, ins Zimmer oder in den Garten zur Inspiration. Und der Gang in die Küche lohnte sich gleich in mehrfacher Hinsicht, da Mette dort liebevoll bereitete Mahlzeiten und stärkende Getränke bereithielt, immer genau dann, wenn man gerade hungrig war. Abends nach der Arbeit im Atelier und dem Abendessen fuhr ich mit meiner Familie noch einmal für die letzte Hunderunde des Tages entweder nach Römö oder an den Strand von Hjerpstedt, den ich sehr liebe. Es ist ziemlich einsam dort am Abend und ich fand ganz viele Hühnergötter, die mir alle Glück brachten. Ich war völlig fasziniert ob der Tatsache, dass es jeden Abend einen spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten gab, auch an wolkenverhangenen Tagen, an denen man die Sonne den ganzen Tag nicht sah. Durch diesen allabendlichen Sonnenuntergangstourismus kam Frida zwar selten vor elf ins Bett, war aber ein sehr glückliches kleines Mädchen. Sie sprang mit Villads und Liva auf dem riesigen Trampolin im Garten, kletterte auf Bäume und lernte von Villads zu tanzen, zu streiten wie ein Mann und im Stehen zu pinkeln. Die Wikinger habe ich in Dänemark immer wieder getroffen. Es gibt in Ribe ein sehr lebendig gestaltetes Wikingermuseum, eine Stadtführung auf den Spuren der Wikinger und wenn man Glück hat, schaut sogar ein Wikinger zur Vernissage in Mettes Atelier vorbei. Herzlichen Dank für alles!!!
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